Glücksplätze: Wolfgangsee
1. St. Gilgen – St. Wolfgang
Ochsenkreuz, Hochzeitskreuz und Frauenstein
Vom Wolfgangseeschiff aus hat man die beste Aussicht auf drei historische Denkmäler, die auf alte Sagen zurückgehen. Ausgangspunktet: Anlegestellen St. Gilgen oder St. Wolfgang
Zwischen St. Gilgen und St. Wolfgang liegt die Fürberg-Bucht mit dem Ochsenkreuz. Der Bildstock auf der winzigen malerischen Insel im See geht auf die Sage von einem Metzger und seinem Ochsen zurück. Der Überlieferung nach trieb einst ein Metzger seinen Ochsen das Ufer entlang. Das Tier scheute plötzlich und sprang in den See. Der Mann wollte seinen kostbaren Besitz natürlich nicht verlieren und ließ ihn nicht los. Der Stier zog ihn mit sich in das tiefe Wasser. Nach längerer Zeit im Wasser landete der Metzger schließlich doch noch wohlbehalten auf einer kleinen Insel. Diese heißt seither Metzgerinsel. Zum Dank für seine Errettung errichtete der Mann 1667 das Ochsenkreuz.
Das Hochzeitskreuz (1609) liegt unterhalb des Falkensteins etwas erhöht über dem Seeufer. Einer Sage nach soll hier eine Hochzeitsgesellschaft im Winter zum Tanz auf das unsichere Eis gegangen und im Übermut versunken sein.
Der Frauenstein liegt östlich des Falkensteins am Seeufer und ist nur vom Wasser her erreichbar. In einer Nische im Felsen ist eine Marienfigur angebracht. Der Frauenstein geht auf die Sage von der Niederkunft einer Prinzessin zurück.
2. St. Gilgen – St. Wolfgang
Auf dem alten Pilgerweg zu sagenhaften Plätzen
Um den Hl. Wolfgang ranken sich viele fromme Legenden. Auf dem alten Pilgerweg zwischen St. Gilgen und St. Wolfgang (Dauer ca. 3h) entdecken Wanderer eindrucksvolle Sagen- und Glücksplätze. Auch für Familien und Kinder verspricht die Wanderung viel Abwechslung: Wunschglocke läuten, durch einen Stein kriechen…Mit kleinen Kindern ist die kurze Variante zwischen den Anlegstellen Fürberg und Ried-Falkenstein empfehlenswert. In Ried-Falkenstein oder St. Wolfgang angelangt, geht es bequem mit dem Schiff zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung in St. Gilgen oder Fürberg.
Der Hl. Wolfgang war Bischof von Regensburg und verbrachte um 976 einige Zeit als Einsiedler am Falkenstein. Im Mittelalter zählte St. Wolfgang zu den bedeutendsten Pilgerorten des christlichen Abendlandes. Den Pilgerweg von Bayern zum Wolfgangsee gingen damals unzählige Gläubige. Das letzte Teilstück führt vom Kirchenplatz in St. Gilgen nordwärts über die Mondseer Straße zum Seeufer. Nach dem Ortsteil Brunnwinkl verläuft der Pilgerweg entlang des Ufers bis zur Fürberger Bucht (rund 1 Stunde Gehzeit) und weiter auf der Uferstraße bis zur nächsten Weggabelung. Danach folgt man dem breiten Pfad Nr. 28 in Richtung Falkenstein-Waldgrabenschlucht mit den vielen Andachtsstätten, Kapellen und Marterln.
Auf dem steilen Waldweg sollte man einen Stein mitnehmen und bei einer kleinen Kapelle auf einem bereits ansehnlich hohen Haufen deponieren - das bringt Glück. Der kleine Abstecher zu den Aussichtspunkten Scheffelblick und Aberseeblick lohnt sich auf alle Fälle. Weiter geht’s zur Falkensteinkirche mit Wunschglocke und Augen-Wasser-Kapelle. Ein Muss für alle Wanderer ist es, ist in der Kirche am Glockenstrick zu ziehen. Gelingt es, mit einem Zug die Glocke drei Mal zum Läuten zu bringen, hat man einen Wunsch offen. Rechts vom Altar ist ein enger Spalt im Fels. Wer sich durchzwängt, streift damit seine Sünden ab. Am „waxweichen" Stein sieht man den Abdruck, den der heilige Wolfgang hinterlassen hat. Um dem Einsiedler sanfte Ruhe zu gönnen, soll der Stein unter dem Einsiedler weich wie Wachs geworden sein. Erdstrahlen und rechtsdrehende Quelle werden von allen Rutengängern und Pendlern bestätigt. Das Alter der kultischen Bedeutung des Falkensteins ist unbekannt. Vermutlich geht sie auf vorchristliche Zeiten zurück.
Über den Falkensteinsattel peilt man dann die bewaldeten Abhänge des Schafberges zum Rubritzbach an. Kurz nach seiner Überquerung führt der Güterweg bis zum Ortsteil Ried zur Schiffsanlegestelle Ried-Falkenstein. Wer bis St. Wolfgang weiter wandern möchte, folgt entweder der Rieder Uferstraße oder bereits vorher der Abzweigung Riedersteig nach St. Wolfgang. Anlegestellen für die Rückfahrt: St. Wolfgang Schafbergbahnhof, St. Wolfgang Markt
3. St. Wolfgang
Pfarrkirche St. Wolfgang
Ersehntes Ziel der Pilgerschaft ist seit Jahrhunderten die Pfarrkirche St. Wolfgang mit dem weltberühmten spätgotischen Michael-Pacher-Altar. Der spätgotische Schnitzaltar gehört zu den bedeutendsten Werken der Kunstgeschichte in Österreich. Die Kirche ist von der Anlegestelle St. Wolfgang Markt in nur wenigen Schritten erreichbar.
St. Wolfgang ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas, der auch heute noch starken Zuzug hat. In der Wallfahrtskirche befinden sich das kultisch wichtige Steinheiligtum, Reliquien und Votivbilder. Der Mittelteil der Kirche weist eine starke Strahlung auf. Alter der Kultstätte unbekannt, vermutlich vorchristlich. Die Kirche geht mindestens auf das 12. Jahrhundert zurück. Das Steinheiligtum wurde 1713 mit einer Kapelle überbaut. Neben der Kirche befindet sich der Wolfgangbrunnen, der aber keine kultische Überlieferung aufweist
4. St. Gilgen
Kindertipp – Steinklüfte
Das kleine Felssturzgebiet am Fuße des Plombergsteins ist für Kinder ein perfekter Ausflug. Die engen Felsspalten (Teufelsgraben), schummrigen Höhlen (Kalte Kuchl) und überhängenden Felsen sind ein perfekter Abenteuerspielplatz. Eine Taschenlampe ist nicht unbedingt nötig, erhöht aber eindeutig den Spaßfaktor.
Die Steinklüfte sind von der Anlegestelle St. Gilgen in etwa einer halben Stunde Gehzeit erreichbar. Von der Anlegestelle folgt man der Ischler Straße ins Ortszentrum (ca. 300m) bis rechts die Steinkluftstraße abzweigt. Dieser folgt man bis zur Mondseer Bundesstraße (B154) und überquert diese. Ab hier ist der Weg zu den Steinklüften ausgeschildert. Der Waldweg führt entlang eines kleinen Baches. Nach 15 Minuten sind die ersten Felsriesen erreicht. Hier klettert und schlingt man sich quer durch den Felssturz. Dass hier die Kinder durch ihre Größe absolut im Vorteil sind, erhöht natürlich den Spaß.
Neben den Klüften ragt die beliebte Kletterwand des Plombergsteins in die Höhe, das Zusehen ist für Kinder auch oft spannend. Diesem Klettergebiet entlang führt der Weg weiter auf den Gipfel des Plombergsteins. Das herrliche Panorama lohnt die kurze Anstrengung.
5. St. Wolfgang
Dittelbachwildnis
Die Schlucht nordwestlich des Ortszentrums von St. Wolfgang wird wegen ihrer romantischen Wasserfälle gerne besucht. Ein leichter Spazierweg (ca. 30 min von der Anlegestelle Schafbergbahnhof) führt an der Schafbergbahn vorbei in die malerische Schlucht des kleinen Dittelbachs. Ein wenig versteckt neben dem Bach liegt auch der kleine romantische Gastbetrieb „Hupfmühle“ (www.hupfmuehle.at), der sich für seine Fischspezialitäten einen Namen gemacht hat. Für die Wanderung ist festes Schuhwerk empfehlenswert.
6. St. Wolfgang
Mönichsee
Zwischen Schafberg und Vormauer liegt in ungefähr 1.300 m Höhe der Mönichsee. Der 34 Meter tiefe und 3 Hektar große Mönichsee ist der größte der drei Schafbergseen. Der See füllt eine Karstdoline, hat keinen sichtbaren Abfluss und ist wegen seiner schattigen Lage oft bis Juni zugefroren. Am Südostufer des Sees finden sich auf einer Felswand, dem sogenannten Teufelhaus, Felsritzungen, welche jedoch durchwegs jüngeren Datums sind. Rund-Wanderung ab Anlegestelle St. Wolfgang Markt. Gehzeit 5 Stunden, unschwierige Wanderung mit schönen Ausblicken, Höhenunterschied 900m, feste Wanderschuhe erforderlich, keine Einkehrmöglichkeit.
Von der Wallfahrtskirche St. Wolfgang geht man ein kurzes Stück gegen Westen zur Post, dann rechts hinauf in Richtung Kalvarienberg. Kurz vorher auf Weg Nr. 25 an Bauernhäusern vorbei und weiter durch Wald zur Auerriesenalm, 971m. Weiter geht es auf einem schmalen Steig durch den Wald zum 1.300m hoch gelegenen Mönichsee, der von alten Wäldern umgeben wird. Vom See wandert man flach gegen SO und kommt über große Weideflächen zu den Hütten der Vormauer. Von hier kann der Vormauergipfel in kurzer Zeit erstiegen werden. Der Abstieg nach St. Wolfgang führt über eine steile Almstraße (Weg Nr. 26), die südwestlich der Almhütten beginnt und nach mehreren Kehren wieder in den Ort St. Wolfgang hinabführt.




